Las Vegas

Schauen und staunen – mein perfekter Moment am Grand Canyon

Grand Canyon

Wie der Titel schon verrät, steht heute mal wieder eine kleine Reise an – es geht abermals in den Westen der USA. Nachdem wir Hollywood erforscht haben, durch Beverly Hills spaziert sind, hat es uns nach Las Vegas verschlagen. Und was bietet sich in der Wüstenstadt unbedingt an, was darf hier auf keinen Fall fehlen? – Natürlich ein Ausflug in die Umgebung – hinaus aus der lebhaften und turbulenten Glitzerstadt in die freie Natur.

So geht es bereits in aller Frühe noch leicht schlaftrunken, aber in Erwartung der Ereignisse des Tages los – wir starten im Sonnenaufgang auf endlosen Straßen und bei unfassbaren Weiten in Richtung Bundesstaat Arizona. Nach einer Stunde Fahrzeit erreichen wir bereits unser erstes Ziel und legen einen Stopp beim Hoover Dam ein.

 

Hoover Dam

Ein paar Fakten dazu:

Die Hoover Talsperre staut den Colorado River zum Lake Mead auf; dieser Stausee ist der größte der USA und hat eine Länge von 170 km und eine maximale Tiefe von 180 m. Die Staumauer selbst ist ca. 220 m hoch und 379 m lang. Begonnen wurde mit dem Bau des Hoover Dam 1931 unter dem Präsidenten Herbert Clark Hoover – von diesem Präsidenten stammt auch der Name „Hoover Dam“.

Eine kleine Besonderheit gibt es auch noch am Hoover Dam:

Der Colorado River bildet die Grenze zwischen den US-Bundesstaaten Nevada und Arizona und somit verläuft die Staatsgrenze genau in der Mitte der Staumauer. Da Nevada und Arizona aber unterschiedlichen Zeitzonen angehören, liegt somit eine Hälfte der Hoover-Staumauer in der Zeitzone der Mountain Time und die andere Hälfte in der Zeitzone der Pacific-Time. Auf der Mitte der Staumauer erfolgt ein Zeitsprung von einer Stunde.

 

So jetzt aber genug mit den Informationen, wir wollen ja heute noch mehr erleben und weiter in den Bundesstaat Arizona eindringen – so geht auch schon weiter, wir sind on the road again.

Wenn wir jetzt so nachdenken: was verbinden wir in der USA mit dem Fahren in den unendlichen Weiten, wovon träumen viele, wo wollen viele einmal fahren? Und so befinden wir uns jetzt auf der Straße der Sehnsucht, der unglaublichen Route 66, der Straße der Straßen und kommen nach Seligman.

 

Route 66 und Seligman

Die legendäre Route 66 ist 3.944 km lang und führt von Chicago in Illinois durch 8 Bundesstaaten nach Los Angeles in Kalifornien. Das Ende dieser Straße haben wir in Los Angeles schon besucht und jetzt befinden wir uns in Seligman, der „Geburtsstätte der historischen Route 66“.

 

Was sehen wir in Seligman als erstes? Einen alten Mann, der mit seinen beiden Pferden, die Straße in Seelenruhe quert – wir fühlen uns bei diesem Anblick gleich in die Vergangenheit versetzt.

Wir machen uns auf den Weg und schlendern durch den kleinen, überschaubaren Ort. Auch die Gestaltung der Häuser und die alten Autos um uns herum, überhaupt der ganze Ort mit seinen Lokalen, den Geschäften und sonstigen Gebäuden lassen uns von einer anderen Zeit träumen. Dazu die endlose Straße, so viele kleine Details an den Häuser, Hinweisschilder, spezielle Markierungen auf dem Boden, wir kommen aus dem Schauen nicht heraus. Ein ganz spezieller kleiner Ort…

Die Häuser, die Autos, ja der gesamte Ort hier haben außerdem noch eine Beziehung zu einem besonderen Animationsfilm und zwar zu „Cars“ – der Filmemacher John Lasseter ließ sich beim Ort „Radiator Springs“ im Großen und Ganzen vom Schicksal des kleinen Orts Seligman inspirieren. Lasseter war zu Recherchezwecken auch immer wieder vor Ort und hat sich mit den Menschen über ihr Leben in Seligman unterhalten.

 

Seligman

 

Auch wenn wir hier etwas in die Filmwelt eintauchen durften, sind wir noch nicht an unserem Endziel angelangt –  über wenig befahrene, fast menschenleere Straßen geht es weiter. Ein Zeitlang begleitet uns ein Zug durch die dürre Gegend und schließlich ist es soweit: wir haben es geschafft, wir sind angekommen – eines der größten Naturwunder der Welt tut sich in gigantischer Größe vor uns auf.

 

Grand Canyon

Wer hat noch nie Berichte über den Grand Canyon gehört oder gelesen? Wer hat noch nie Bilder vom Grand Canyon gesehen?

Grand Canyon

Aber diese Beschreibungen und Bilder sind nicht mit dem zu vergleichen, wie wenn du selbst dort stehst, wenn du vor dir das gigantische Kunstwerk der Natur siehst, wenn um dich alles still ist, wenn du nur unendliche Weiten erkennst, wenn du in überwältigende Schluchten blickst, wenn du die beeindruckenden Farbenspiele wahrnimmst. Nichts kann dieses Gefühl wirklich vermitteln und den Eindruck wirklich überbringen und darlegen.

Grand Canyon

Grand Canyon

 

Du hast nur schauen und staunen und fühlen, spüren, aufnehmen und auf dich wirken lassen, alles um dich vergessen und dich beeindrucken lassen vom Hier und Jetzt – ja, hier bekommt der Augenblick eine ganz andere Bedeutung, Zeit und Raum scheinen keine Wichtigkeit mehr zu haben und fast für eine kurze Zeit still zu stehen. Es sind keine Worte notwendig, besser gesagt: es gibt keine Worte, die diesen perfekten und unvergesslichen Moment beschreiben können.

 

John Wesley Powell, ein amerikanischer Erforscher des Grand Canyons sagte bereits vor 100 Jahren:

The wonders of the Grand Canyon cannot be adequately represented in symbols of speech nor by speech itself.

Wir haben die imposanten Eindrücke, den gewaltigen Anblick eine Zeitlang auf uns wirken gelassen – ja ich denke, man könnte hier wohl Stunden damit verbringen, die verschiedenen Formationen, die grandiosen Farben, die atemberaubenden Schluchten, die unfassbare Schönheit dieses Naturwunders zu bestaunen.

 

Grand Canyon

Doch wir wollen auch zusätzlich ein paar Informationen über den Grand Canyon haben:

  • GRÖSSE: Beim Grand Canyon handelt es sich um eine steile, etwa 450 Kilometer lange Schlucht – wenn wir jetzt bedenken, dass die Luftlinie von Wien nach Bregenz ca. 500 km beträgt, dann bekommen wir eine ungefähre Vorstellung von der Größe dieses Naturwunders.
  • GESTEIN: Die Schlucht wurde vom Colorado River während Jahrmillionen ins Colorado-Plateau gegraben und ist bis zu 1.800 m tief. So sind hier die verschiedenen Gesteinsschichten und Aufbauten auf großartige Weise ersichtlich – von Schiefer, Granit, Kalk und Sandstein ist alles vertreten und bietet ein grandioses Schauspiel. Denn durch die unterschiedlichen Formationen sind im Gestein alle möglichen Farben vorhanden: wir sehen es rot und gelb, grau, braun, grün und schwarz schillern. Die Färbung der Gesteinsschichten verändert sich durch den jeweiligen Lichteinfall – so haben wir hier einige Male innerhalb weniger Minuten an diesem Naturwunder die verschiedensten Farbschemata gesehen.
  • VEGETATION: Aufgrund der unterschiedlichen Klimabedingungen gibt es im Grand Canyon außerdem insgesamt fünf Vegetationszonen – wir finden hier Sträucher, Nadelwälder, Mischwälder und Grünflächen, aber auch Kakteen und Wüstenstreifen, insgesamt sind ca, 1.500 verschiedene Pflanzenarten vertreten. Zu der Vegetation gibt es dann auch die entsprechende Tierwelt mit Vögeln, Säugetieren, Reptilien, Amphibien und Fischen sowie Insekten und Spinnen.

 

Langsam beginnt es zu dämmern und wenn es uns auch noch so schwer fällt, müssen wir doch jetzt Abschied nehmen von diesem überwältigenden Naturwunder und die Rückfahrt antreten.

Ein grandioser Tag geht zu Ende, ein Tag, der noch lange in uns nachklingen wird, an den wir immer wieder mit Staunen und Wundern zurückdenken werden, ein Tag, der sich in unser Gedächtnis eingeprägt hat – wir haben strahlenden Sonnenschein, Regen, Sturm, Hagel, die verschiedensten Wetterkapriolen und Temperaturen in kürzester Zeit erlebt, wir sind selbstvergessen am Rande des Grand Canyons gestanden, wir haben auf ein unglaubliches Naturwunder geschaut. Ein unfassbares Erlebnis mit einem perfekten Moment wird uns für immer unvergesslich bleiben – in diesem Sinne

„Collect moments not things“

 

Ich bin noch immer überglücklich, dass ich diesen für mich perfekten Moment erleben durfte, dass ich so etwas Wunderbares sehen, die Emotionen fühlen dufte. Die Gedanken daran werden mich sicher noch lange begleiten und auch wenn im Leben vielleicht nicht immer alles so läuft, wie wir es uns wünschen, so genügt oft die Rückbesinnung auf besondere Momente, das Erinnern an tolle Erlebnisse, das Denken an wunderbare Augenblicke, um uns wieder zufriedener zu machen. In Gedanken noch einmal den perfekten Moment erleben – schon spüre ich wieder die Glücksgefühle, die mich damals beherrscht haben.

 

Doreen von Hedmee hat erst unlängst von ihrem magischen Moment beim Tauchen auf Mauritius berichtet. Wie ist das bei euch – habt ihr auch wunderbare Erinnerungen, habt ihr auch einen unvergesslichen Moment erlebt? Denkt ihr gerne an besondere Ereignisse zurück?