Österreich

Sammeln von Glücksperlen – a perfect day in Vienna

Albertina

Der Wettergott meint es einfach gut mit uns – schon in der Früh lacht die Sonne vom Himmel und taucht die Umwelt in ein verheißungsvolles Licht, die Vögel zwitschern um die Wette und das obwohl laut Kalender noch der Winter vorherrschen soll, obwohl der Frühling uns eigentlich erst in einiger Zeit erreichen sollte. Aber wer wird denn ein paar herrlichen Sonnenstunden abgeneigt sein, wir nehmen jederzeit davon gerne, was wir bekommen können, auch wenn auf den Bergen noch die Schneefelder schimmern und die Wintersportler den Pulverschnee genießen. Gib mir im Winter die Hoffnung auf einen baldigen Frühling oder besser noch auf einen strahlenden Sommer, lass mich schon etwas den Frühlingsduft schnuppern, lass mich die wärmenden Sonnenstrahlen im Gesicht spüren und meine Glücksgefühle schlagen Purzelbäume wie mit glitzernden Feenstaub bestreut.

 

Staatsoper

 

Ein wirklich herrlicher Tag, der sich da ankündigt und damit er wirklich perfekt wird, gibt es heute auch noch ein Treffen mit einem ganz wunderbaren Menschen, der mir immer ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Miss Travel ist wieder einmal im Lande und so steht einer tollen Zeit nichts mehr im Wege.

Auf geht’s und ich lade euch herzlich ein uns dabei zu begleiten – es geht wieder einmal nach Wien, nachdem wir bereits im Frühling einen Einkaufsbummel in dieser Stadt unternommen, einen Sommerabend dort verbracht und im Herbst schließlich den Zentralfriedhof besucht haben, wollen wir auch im Winter sehen, was diese Stadt zu bieten hat.

 

Glücksperle Kultur

Wir befinden uns gerade im Zentrum der Stadt und schlendern die Straße entlang. Zu beiden Seiten sind die wunderbaren historischen Bauten zu bewundern, jedes Gebäude kann eine tolle Geschichte erzählen, ist von vielen Ereignissen und Zeiten geprägt. Da kommt uns ein Fiaker entgegen und wir fühlen uns gleich in eine andere Zeit versetzt.

Doch horch mal, wen hören wir denn da reden? Da unterhalten sich doch zwei Männer – worum geht es da? Wir lugen um das Eck und da sehen wir sie auch schon stehen: ein älterer Mann mit einem Wallebart und einem französischen Barett auf dem Kopf erklärt gestikulierend dem anderen „Ich verfolge einen Traum – ich will das Unmögliche…. Ich will diese Luft, in der sich die Brücke und das Haus und das Boot befinden, malen – diese Schönheit von Licht, in welchem sie sind…“ (Claude Monet). Sein Gesprächspartner mit dunklen Knopfaugen und leichter Glatze antwortet mit spanischem Akzent: „Ich sehe die Natur als etwas Leidenschaftliches, Stürmisches, Unheimliches und Dramatisches an wie mein eigenes Ich“ (Pablo Picasso).

 

Albertina

 

Von diesen beiden weltbekannten Künstlern wollen wir doch mehr sehen und daher folgen wir Ihnen in das Kunstmuseum, wo wir eine Vielzahl ihrer Kunstwerke, ihrer beeindruckenden Gemälde, der Bilder mit ihrem unverkennbaren Stil vorfinden. Monet zieht es für seine Werke immer wieder ins Freie und so malt er vielfach die unberührte und farbenprächtige Natur, Picasso hingegen zeigt auf seinen Gemälden Strukturen und zerteilte Formen und Gegenstände. Diese unterschiedlichen Stile können wir an verschiedenen Objekte erkennen und betrachten.

Eigentlich sind wir ja nicht so sehr die Museumsgeher, doch hier wandern wir gerne von Bild zu Bild und bestaunen die Kunst dieser Maler sowie der weiteren Künstler. In der ruhigen Atmosphäre in diesen stillen riesigen Räumen vor einem Bild zu stehen, es zu betrachten, es auf sich wirken lassen, die Aussagen des Malers zu interpretieren ist schon ein besonderes Erlebnis und wir erfahren einen neuen Zugang zu dieser Kunstrichtung.

Jetzt wollen wir gerne noch den Prunkräumen einen Besuch abstatten – hier dürfen wird in das herrschaftliche Flair der Habsburger Dynastie eintauchen, imposante Kronleuchter glitzern um die Wette, aufwendige Wandbespannungen und tolle Deckengestaltungen zeigen uns den Luxus von vergangenen Zeiten, aber auch das edle und reichlich golden verzierte Originalmobiliar lässt uns am Prunk dieser Epoche teilhaben.

 

 

Doch so interessant die einzelnen Ausstellungsstücke sind, so toll die Räume gestaltet sind, so beeindruckend die verschiedenen Künstler sind, irgendwann ist die Aufnahmefähigkeit erschöpft und es stellt sich eine leichte Müdigkeit an und womit bekämpfen wir diese am besten? Natürlich mit etwas Leckerem.

 

Glücksperle Köstlichkeiten

Ja, nach diesem wunderbaren Kulturgenuss, nach diesem Eindrücken meldet sich jetzt unser Magen mit einem unüberhörbaren Grummeln – gerne genießen wir an solchen Tagen natürlich besondere Köstlichkeiten und lassen auch den Gaumen an unserem Wohlbefinden teilhaben. Was bietet sich an? Soll es ein typisches Wiener Schnitzel werden oder eine Gulaschsuppe? Oder doch lieber was Süßes, einen Kaiserschmarrn oder einen Apfelstrudel? Wie wäre es mit einer Bowl? Vielleicht doch etwas Fremdländisches, Sushi oder Pho?

In dieser Hochburg der Kulinarik werden wohl alle unterschiedlichen Geschmäcker befriedigt, alle Ansprüche erfüllt, vom Würstelstandl bis zum Nobelrestaurant, von der Dönerbude bis zum Gourmettempel ist alles zu finden. Das ist einfach Wien, immer wieder ein Genuss, immer wieder köstlich, immer wieder lecker. So hat sich der Ruhm der Wiener Küche auch schon in die Welt hinausgetragen, es befindet sich nämlich auch ein Wiener Restaurant unter den 20 besten Lokalen der Welt und zwar das „Steirereck“ an Stelle 14.

 

Steirereck

 

Das kleine Klugscheißerchen in mir schlägt gerade wieder zu und ist dabei einfach nicht zu bremsen; daher folgen jetzt noch ein paar hoffentlich interessante Details für euch. Die traditionelle Wiener Küche ist stark von Regionen der k. u. k. Monarchie geprägt, hier natürlich vor allem von Ungarn, Böhmen und Norditalien. Die Geschmäcker und Zubereitungsarten von den Kronländern wurden eingebunden, sodass eine regelrechte Vielvölkerküche entstanden ist. Übrigens ist die Wiener Küche anscheinend weltweit die einzige Küche, die einen Städtenamen trägt.

So, nun aber genug des Geplauders – wir machen uns an das köstliche Essen, dazu haben wir uns einen wunderschönen Platz mitten in der Stadt ausgesucht, trotzdem herrlich idyllisch in einem Park gelegen, eine Stelle zum Wohlfühlen, zum Entspannen und vor allem zum Genießen. Natürlich verrate ich euch auch, was auf unseren Tellern gelandet ist – wir verkosten Topinambur mit Waldpilzen und Steckrüben und als Nachspeise gibt es getrocknete Zitrusfrüchte aus der Schönbrunner Orangerie, ein Schmaus sowohl für den Gaumen als auch für das Auge.

 

 

Dabei macht sich jetzt nochmal das Klugscheißerchen wichtig. Wir können eine der Früchte nicht genau identifizieren, doch der freundliche Kellner klärt uns auf – es handelt sich hierbei um Buddhas Hand. Die Gartenfreunde werden jetzt wahrscheinlich erkennend nicken, uns ist selbst der Name dieser Frucht bislang nicht bekannt. So gibt es kurz ein bisschen Nachhilfe in Biologie: die Citrus medica var. sarcodctylis hat eine ganz besondere Form, sie spaltet sich in einzelne Teile auf, die an Finger erinnern – so hat die gesamte Frucht eine Ähnlichkeit mit den Abbildungen von der Hand Buddhas. Diese gefingerte Zitrone umschließt wenig Fruchtfleisch und wenig Fruchtsaft, dafür hat sie einen ganz intensiven Geruch und zwar duftet sie stark nach Zitrone, ohne dass die Frucht gerieben oder berührt werden muss. Ursprünglich stammt diese Zitrusfrucht aus Asien und wird dort noch immer als Glücksbringer verwendet.

 

Glücksperle Zufriedenheit

So diesen Glücksbringer haben wir jetzt vernascht, denn eigentlich brauche ich den ja heute gar nicht, ein so wunderbarer Tag, der Entspannung für alle Sinne bietet und Körper, Geist und Seele so richtig hochleben lässt. Ich habe dabei eine Glücksperle nach der anderen gesammelt – zuerst, indem ich mich der Kultur gewidmet habe, indem ich eine schöne Zeit im Museum verbracht und damit meinen Geist angeregt habe, anschließend indem ich leckere und feine Köstlichkeiten verspeist habe, indem ich meinen Gaumen teilhaben und in meinem Bauch ein Wohlgefühl entstehen lasse.

 

Prosecco

 

Aber mal ganz ehrlich, warum habe ich diesen Tag so sehr genossen, warum bin ich so zufrieden und glücklich? Liegt es wirklich an den Kunstwerker der Maler und den pompösen Hallen? Liegt es an den tollen Schmankerln? Das war zwar alles schön, das war alles toll, aber zu meinem Wohlbefinden hat auch etwas Anderes ganz wesentlich beigetragen und diesen Tag so unvergesslich gemacht und das liegt an den Menschen, die mit mir dies alles erlebt haben. Es sind diese Menschen, die mich mit einer Fülle von Wohlgefühl umgeben, die mich bereits nur durch ihre Anwesenheit zufrieden machen.

Was sind das für Menschen? Wodurch zeichnen sich diese Menschen aus?

 

Positive Gefühle

Das Zusammensein mit anderen Menschen beeinflusst uns indirekt immer, so können uns manche mit ihren Worten und Handlungen aufbauen und motivieren, sie schaffen damit eine angenehme Atmosphäre – wir fühlen uns bei ihnen geborgen und verstanden. Andere wiederum erzeugen bei uns durch ihre Anwesenheit negative Gefühle, wir sind in ihrer Gegenwart ständig angespannt, vielleicht auch niedergeschlagen und frustriert.

 

Friedvoll und ausgeglichen

Die wunderbaren Menschen sind meist mit sich selbst im Reinen, sie sind mit ihrem Leben zumindest zum Großteil zufrieden und gehen auf Neues oder Veränderungen optimistisch und offen zu. Dieses ausgeglichene Verhalten hat dadurch natürlich positive Auswirkungen auf ihr Umfeld und somit auch auf uns.

Daneben gibt es diese Menschen, die immer alles schlecht reden, die mit nichts zufrieden sind, bei denen es immer entweder zu warm oder zu kalt ist, bei denen das Essen am Teller zu üppig oder zu karg, die Suppe zu viel oder zu wenig gewürzt ist. Diese Menschen finden immer etwas auszusetzen, zu meckern, zu nörgeln. Egal, wie wunderbar etwas gestaltet ist, sie haben etwas zu jammern. Mit dieser destruktiven Einstellung zeigen sie einerseits, wie unzufrieden sie mit ihren Leben sind, und nehmen sich aber andererseits selbst und ihren Mitmenschen die Freude an vielen Dingen. Wenn sie nämlich ständig jammern, dann überträgt sich das schlussendlich irgendwann auch auf uns und wir fühlen uns selbst dann schlechter und verärgert.

 

Auf Augenhöhe

Diese besonderen Menschen betrachten uns als gleichwertig, die Kommunikation und das Zusammensein besteht aus einem Geben und Nehmen – das Wohlbefinden des anderen liegt genauso im Mittelpunkt wie das eigene. Doch andere Menschen fühlen sich gerne als etwas Besseres, sie unterbrechen uns im Gespräch ständig, sie belächeln und erniedrigen uns mit ihren Worten und Handlungen, sie greifen immer wieder ein Missgeschick aus der Vergangenheit auf und kritisieren uns damit.

 

Die Beziehung zu unseren Mitmenschen hat daher sehr viel Einfluss auf unser Leben und auf unsere Lebensqualität, denn Beziehungen, in denen wir uns wohl und zufrieden fühlen, sorgen für Freude und Glück – daher umgeben wir uns doch mit Menschen, die uns gut tun, bei denen wir uns aufgehoben, geborgen und motiviert fühlen und mit so wunderbaren Menschen durfte ich diesen schönen Tag erleben.

Manchmal werden ganz gewöhnliche Dinge ganz außergewöhnlich, einfach, weil man sie mit den richtigen Menschen macht.
(Elizabeth Green)