Gedankenplauderei

Mit Leichtigkeit ins neue Jahr – lasst die Herzen fliegen!

Winter-Wonderfulfifty

Jetzt sind wir schon im Jahr 2020 gelandet, manche still und leise, manche in geselliger Runde, manche mit jeder Menge Lärm und Krawall – ich hoffe jedenfalls, ihr seid gut gestartet und genießt die ersten, noch so frischen Tage des neuen Jahres. Ja, heuer haben wir sogar 366 Tage vor uns, die wir mit unseren Wünschen und Träumen, mit unseren Handlungen und Erlebnissen, mit neuen Erfahrungen füllen und genießen können.

Um euch jetzt über Neujahrsvorsätze und Jahrespläne zu berichten, ist es schon mal zu spät, außerdem sind diese Vorsätze auch nicht so wirklich mein Ding und so werden bei mir auch zum Jahreswechsel keine gefasst. Trotzdem gibt es doch immer wieder Themen, die zwar das ganze Jahr Gültigkeit haben, die immer wichtig sind, aber sich doch ganz besonders für diese Zeit eignen – der Jahreswechsel und der Start in das neue Jahr bedeuten für viele die Zeit für einen Neuanfang, die Zeit für Veränderung, die Zeit für Pläne und Zielsetzungen. Das reicht von „Ich will abnehmen“, „Ich will mehr Sport machen“ bis zu Themen wie „Ich will gesünder leben“, „Ich will eine zusätzliche Ausbildung machen“, „Ich will eine neue Sprache lernen“ – diese Liste lässt sich beliebig fortsetzen und umfasst alle Lebensbereiche.

 

Tage voller Leichtigkeit

Meine Weihnachtszeit und auch der folgende Jahreswechsel haben meiner Vorfreude wirklich nur Recht gegeben – so sehr ich die Vorweihnachtszeit genossen habe, so sehr ich die Feiertage erwartet habe, alle meine diesbezüglichen Vorstellungen wurden bei Weitem übertroffen und es war sicher eines meiner schönsten Weihnachtsfeste. Wenn euch also in den letzten Tagen jemand begegnet ist, der grenzdebil in die Gegend geguckt hat, wenn ihr jemanden getroffen habt, der über das ganze Gesicht gestrahlt hat, wenn ihr jemanden gesehen habt, bei dem das Lächeln von einem Ohr bis zum anderen gereicht hat, dann kann ich euch mal gleich beruhigen, da ist keine neue Art von Aliens auf der Erde gelandet, da sind keine neuen Formen von glitzernden Einhörnern aufgetaucht, sondern da seid ihr schlicht und einfach auf mich gestoßen.

Ihr kennt doch sicher dieses Gefühl, wenn wir nicht wissen, wohin mit der überschäumenden Freude, wenn uns im wahrsten Sinne des Wortes das Herz übergeht und wir eine solche Leichtigkeit und Glückseligkeit verspüren. Auch als Morgenmuffel verlasse ich dann bereits in der Früh beschwingt das Haus und habe das Gefühl, heute kann mich nichts und niemand aufhalten.

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So viel wunderbare Familienzeit, so viel Gemeinsamkeit und Gemütlichkeit am Stück habe ich schon seit längerem nicht erlebt und diese Weihnachts- und Neujahrszeit war einfach eine Reihe von herrlichen Tagen, ein wunderbarer Moment ist auf den anderen gefolgt. Ja, da waren eine Leichtigkeit und Unbeschwertheit zu spüren, die einen Tag schöner als den anderen gemacht haben und dieses so wunderbare Gefühl hätte ich am liebsten irgendwie aufgehoben und für nicht so schöne Zeiten aufbewahrt.

Es wäre doch toll, wenn wir den Überschuss an wunderbarer Stimmung konservieren und dazu in kleine Gläser abfüllen könnten, die wir dann bei Ärger, bei Kummer oder auch, wenn wir unter Stress stehen, wenn wir eine lästige Tätigkeit vor uns haben, einfach hervorholen. So eine kleine Vorratskammer mit Gläsern voller Leichtigkeit und Beschwingtheit wäre doch auch dann optimal, wenn wir mal wieder nicht abschalten können oder uns total angespannt fühlen – wir lassen die Erinnerung an diese wunderbar leichten Momente aufleben und können dabei frische Energie tanken. Durch ein bisschen Tagträumen kann eine angespannte Situation dann wieder aufgelockert werden.

 

Wobei hilft uns Leichtigkeit?

Beobachten wir doch mal kleine Kinder, wie sie das Laufen üben und immer wieder probieren. Für diese Kleinen ist das doch eine anstrengende und mühevolle Aufgabe, auch nachdem sie zum hundertsten Mal auf dem Hosenboden gelandet sind, sich wieder aufzurappeln und es nochmals und nochmals und nochmals zu probieren und mit einem strahlenden Gesicht dann die ersten Schritte zu schaffen. Wenn uns eine Aufgabe eine derartige Mühe bereitet, dann sind wir doch gerne geneigt, uns nicht weiter damit zu beschäftigen, es abzulehnen oder uns als unbegabt dafür darzustellen.

In vielen Fällen hilft dann gerne eine gewisse Leichtigkeit – wenn wir nicht verkrampft um die Lösung eines Problems bemüht sind, wenn wir etwas lockerer an eine Arbeit herangeben, dann wird dem Ganzen doch die Schwere und der Schrecken etwas genommen. Denn wenn wir immer im Hinterkopf haben, dass es sich um eine äußerst komplizierte Angelegenheit oder vielleicht um eine entscheidende Aufgabe handelt, dann fixieren wir uns nur mehr auf die Herausforderung, diese scheint immer größer und immer schwieriger und für uns schließlich unlösbar zu werden, da wir nur Bedenken an der Aufgabe haben. Wir überlegen hin und her, was wir nicht schaffen könnten, was uns alles misslingen kann, wo wir versagen könnten, und denken nur über alle möglichen Probleme, aber nicht über allfällige Lösungen nach.

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In diesen Situationen ist es mehr als zulässig, dass wir sagen „Ich fühle mich schlecht“, „Ich fühle mich überfordert“, „Ich habe Angst vor dieser Aufgabe“, „Diese Aufgabe ist für mich schwer“. Wir akzeptieren dieses Gefühl, denn umso mehr wir uns dagegen wehren, umso mehr fängt unser Gedankenkarussell zu laufen an, umso mehr grübeln wir bloß über unser Empfinden, über die Schwere der Aufgabe und arbeiten schlussendlich gar nicht an der Lösung. Das hört sich jetzt natürlich einfach an – die unangenehmen Gefühle annehmen und sich nur mehr um das andere kümmern. Es gibt sicher immer wieder Situationen, wo uns das nicht gelingen wird oder vielleicht auch gar nicht gelingen kann, wo wir uns am Problem anstatt an der Lösung verbeißen. Doch hin und wieder bewusst ein bisschen Leichtigkeit einfließen lassen, kann hier sicher zur Produktivität beitragen – mal auch über sich selbst und seine Zweifel lachen können, Gedanken wie „Was für eine blöde Aufgabe“ zulassen und dann die Ärmel aufkrempeln und sich an die Arbeit machen.

Vielleicht hilft uns ein solches Vorgehen auch dann, wenn bei Arbeiten für uns perfekt noch immer nicht genug ist und wir immer noch Zweifeln an unseren Leistungen haben – „Das ist zwar noch nicht optimal gelöst, aber immerhin eine akzeptable Lösung, die wir ja immer noch ausbauen können“. Als Meisterin im Grübeln und Gedankenschieben weiß ich, dass so ein Vorgehen nicht immer leicht ist und gleich einen weiteren Schwall an Bedenken auslösen kann – aber manchmal ist es trotzdem sinnvoll, der Leichtigkeit das Ruder zu übergeben und die Dinge mit Abstand zu betrachten.

 

Kann Leichtigkeit auch zu Nachteilen führen?

So schön sich ein Leben mit Leichtigkeit anhört, so gerne viele locker-flockig durch den Tag tanzen wollen, so sehr wir uns diese Lockerheit und Beschwingtheit bei unseren Tätigkeiten auch wünschen, gibt es natürlich auch hier eine Kehrseite, die nicht unbeachtet bleiben soll. Wenn nämlich die Leichtigkeit überhandnimmt und schließlich in Leichtfertigkeit umschlägt, wenn hier in der Unbekümmertheit eine bestimmte Grenze überschritten wird, dann kann dies natürlich Nachteile, ja auch Schaden mit sich bringen.

Wenn wir nur nach dem Motto „Wird schon gutgehen“ an unsere Aufgaben herangeben, dann kann das schnell mal zum Gegenteil führen. Ja, wenn der Kopf nur voller Träume und Wolkenbilder ist, die realistische und durchdachte Planung für die Umsetzung jedoch nicht erfolgt, ist gerne mal eine Bauchlandung vorprogrammiert wie etwa, wenn ich eine Reise unternehme und erst am Flughafen feststelle, dass mein Pass abgelaufen ist oder, wenn ich die Selbstständigkeit plane, aber wegen eines fehlenden Budgetplans Kosten nicht berücksichtigt habe.

Es ist nämlich sehr wohl sinnvoll und wichtig, Aufgaben im Detail zu bearbeiten und durchzudenken und nicht nur oberflächlich zu betrachten. Um nichts Wesentliches zu übersehen hilft es auch, eventuelle Bedenken durchzuspielen und verschiedene Fälle zu überlegen – ja, vielleicht auch mal ein Worst-Case-Szenario aufzustellen.

Will man Schweres bewältigen, muss man es leicht angehen.
(Bertolt Brecht)

 

Ich denke, ein ausgewogenes Maß an Leichtigkeit mit ein bisschen Unbekümmertheit und ein bisschen Gedankenkramerei hilft uns, ein zufriedenes und ausgeglichenes Leben zu führen – zu wenig Leichtigkeit lässt uns nur grübeln und zweifeln, wir sind immer skeptisch und können uns schwer entscheiden oder zu etwas entschließen, zu viel Unbekümmertheit lässt uns hingegen wieder den Blick für die Realität verlieren.

Viele träumen von der Leichtigkeit und sind dabei der Meinung, so etwas kann es nur im Urlaub geben, wenn sie keine täglichen Verpflichtungen haben, wenn sie sich nicht großartig um Aufgaben kümmern müssen. Doch wir sollten dies nicht nur auf die Freizeit beschränken, wir können es doch auch ein wenig in unseren Alltag integrieren, wir können uns jeden Tag ein Stückchen dieses tolle Gefühl zurückholen. Es bieten sich dazu einfach viele schöne Gelegenheiten, wenn wir die Augen aufmachen, wenn wir uns mal bewusst darauf konzentrieren.

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Wir können mürrisch in die U-Bahn einsteigen und uns über das Gedränge der vielen Passagiere ärgern oder wir können uns auch denken „Oh, heute nutzen viele die öffentlichen Verkehrsmittel“ – die Situation bleibt die gleiche, aber unser Gefühl verändert sich. Wir können an eine unangenehme Tätigkeit mit knirschenden Zähnen herangehen und uns dabei selbst bemitleiden oder wir denken „Das ist zwar lästig, aber je schneller ich es erledige, umso eher habe ich es vom Tisch“ – die gleiche Arbeit ist durchzuführen, aber wir sind sicher motivierter und lockerer bei der Sache.

Vielleicht ist das doch eine wunderbare Möglichkeit für das neue Jahr oder zumindest für die nächsten Tage, viele dieser schönen Momente zu erleben und zu sammeln, ein bisschen Unbeschwertheit wieder aufleben zu lassen und hin und wieder ein Gläschen voller Leichtigkeit zu öffnen.

 

Für mich ist es ein Wunderbares, heuer mit diesem Gefühl, mit dieser Leichtigkeit im Herzen in das neue Jahr zu starten – ein Jahr, das mit so einer herrlichen Stimmung beginnt, kann doch nur ein gutes Jahr werden.

Ich wünsche dir ein ganz wunderbares neues Jahr und last but not least freue mich schon wieder total auf deine Erfahrungen und Erlebnisse und darf dir jetzt gerne zum ersten Mal im heurigen Jahr das Wort übergeben:
Wie bist du in das neue Jahr gestartet? Hast du einen Neujahrsvorsatz gefasst und hältst du ihn auch noch immer ein? Was hast du 2020 vor oder hast du vielleicht schon konkrete Pläne erstellt? Begegnest du dem Leben eher mit Leichtigkeit oder gehörst du auch eher zu den Grüblern und Zweiflern?