Gedankenplauderei

Erkenne, was dir guttut – what is good for me?

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Bei dem herrlichen Frühlingswetter nutze ich gerne die Zeit für einen kleinen Spaziergang, die Sonne meint es wirklich gut mit mir und sendet bereits fast sommerliche Strahlen auf die Erde, eine kleine Vogelhochzeit wird in den Gebüschen gefeiert und die Farbenpracht der Frühlingsblumen lässt die erst kurz zurückliegende Kälte wieder total vergessen. Sonne tanken, frische Luft tanken, Glückshormone tanken – einfach ein bisschen Entspannung.

Zum Abschluss dann ein kleiner Einkehrschwung in einem kleinen feinen Cafe, diese kurze Zeit ohne Aufwand und doch so wunderbar. Da entdecke ich neben meinem Tee einen Spruch „Erkenne, was dir guttut!“. Ein ganz einfacher Satz mit 4 Wörtern, aber eine dieser Weisheiten, die uns in Bezug auf Selbstfindung, auf Selbstwert und auf Achtsamkeit immer wieder begegnen, wo wir immer wieder darauf hingewiesen, wie wir auf uns selbst achten, wie wir uns selbst ohne Wenn und Aber mit allen Macken und Eigenheiten annehmen sollen, wie wir uns Gutes tun können.

 

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Es handelt sich dabei um ein Thema, das zurzeit auch in vielen Medien, sowohl online als auch in den Printmedien vertreten ist und auch Videos und Sendungen erobert hat. Eine Menge Ratgeber dazu warten nur darauf, von uns gelesen und vielleicht auch in Teilen wirklich umgesetzt zu werden. Doch seien wir uns ehrlich, oftmals ist es doch so – wir sind von einem Thema begeistert, wir gehen mit Elan heran, wir besorgen uns Lektüren, wir sehen uns Videos an, wir gehen zielstrebig ans Werk, doch irgendwann flacht die anfängliche Euphorie etwas ab, wir werden nachlässig, wir verabsäumen Punkte. War uns die Sache doch nicht so wichtig? Hat sie nicht den gewünschten Effekt gebracht? War das Ergebnis nicht zu unserer Zufriedenheit?

 

Was tut gut?

So jetzt aber wieder zurück zum eigentlichen Thema, zum Guttun – was verbirgt sich dahinter, was ist damit genau gemeint, was ist darunter zu verstehen? Wenn wir an Guttun denken, dann verbinden wir damit, es ist angenehm, es bringt Freude und Wohlgefühl, es verschafft Genuss und Zufriedenheit. Auf jeden Fall etwas Schönes und Positives.

 

Wenn wir nun konkret ans Guttun gehen wollen, wenn wir überlegen, wie wir uns was Gutes tun können, dann werden uns bei der Suche gleich eine Vielzahl an Möglichkeiten präsentiert, es werden uns eine Vielzahl an Vorschlägen und Ideen geboten – ja, es wird uns dabei irgendwie vorgegeben, was uns guttut und Wohlbefinden schafft.

Dies erfolgt aber nicht direkt, sondern unter dem Deckmantel von „Du bist es dir wert“, „Du solltest dir das gönnen“, „Du hast dir das verdient“ wirken die Angebote auf uns ein. Da wird das neue Smartphone vorgestellt und uns wird unterschwellig suggeriert „Du bist es dir wert, dieses tolle Gerät zu haben“. Da gibt es eine wunderbare Designer-Handtasche und es wird uns vermittelt „Ja – du solltest dir wirklich mal etwas gönnen und dir diese Tasche unbedingt zulegen“. Da wird ein Kurztrip ans Meer, eine kleine Auszeit zwischendurch vorgeschlagen – dies wird vervollständigt mit der Aussage „Du hast dir das doch jetzt schließlich verdient, einmal auszuspannen und zu relaxen“.

Immer wieder werden uns in der Werbung, egal in welchen Medien, Produkte vorgestellt, die uns guttun und die wir uns daher unbedingt gönnen sollen, und natürlich wird dazu auch gleich die entsprechende Begründung mitgeliefert, ein Hinweis, warum wir etwas unbedingt brauchen, wie sehr es uns nützt oder auch belohnt. So etwa: du hast das anstrengende Projekt abgeschlossen, dafür gönnst du dir jetzt etwas, du hast heute eine gute Leistung gebracht, dafür hast du dir das einfach verdient oder auch es ist für die Gesundheit wichtig und daher tust du damit deinem Körper und in der Folge auch dir etwas Gutes. Hier soll uns doch irgendwie der Gedanke vermittelt werden – ich bin es mir wert, dass es mir gut geht, und darum gönne ich mir alles – von dem mir gesagt wird, dass es mir guttut.

 

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Aber es sind auch die Produzenten direkt auf diese Wohfühlschiene aufgesprungen: das „Guttun-Gefühl“ wird uns daher in verschiedenen Varianten direkt zum Kauf angeboten. Das reicht von den Tut-Gut-Tees bis zu den Tut-Gut-Lebensmitteln und besonders natürlich den Guttun-Süßigkeiten. Auch für den Körper gibt es noch die Tut-Gut-Kosmetik mit den speziellen Cremes, die Wohlfühlschuhe für bequeme und angenehme Stunden. Ja, der Phantasie sind hier wohl keine Grenzen gesetzt, was uns alles zum Guttun vorgesetzt wird und was wir natürlich auch unbedingt konsumieren und gebrauchen sollen, wenn wir uns wohlfühlen wollen und das Wohlbefinden ist wohl ein Grundbedürfnis jedes Menschen.

Daher hat dieser Trend auch in die Freizeit übergegriffen und es werden Tut-gut-Tage in den Wellnesshotels angeboten, es gibt spezielle Guttun-Reisen – wobei mir nicht ganz klar ist, wie sich diese von anderen Reisen unterscheiden, da es meines Erachtens doch immer an uns selbst liegt, wie wir eine Reise gestalten und was sie für uns zu einer Wohlfühlreise macht. Doch alleine durch diese entsprechenden Bezeichnungen wird uns suggeriert, dass diese Reisen für uns etwas Besonderes bieten und uns einfach guttun sollen.

 

Was tut mir gut?

Es ist natürlich wichtig, dass wir auf uns schauen, damit wir uns wohlfühlen und uns Gutes tun. Nach so viel Beeinflussung von außen, die mir weismachen, ja indirekt eigentlich vorschreiben will, was mir gut zu tun hat, die mich überzeugen will, dass ich bestimmte Produkte unbedingt brauche, will ich jetzt aber mal selbst überlegen, was es denn wirklich ist, was bei mir Wohlbefinden erzeugt. Was brauche ich wirklich, damit ich mich wohlfühle? Was tut mir gut – was bereitet mir Freude?

 

Flow

Kennt ihr dieses Gefühl, ihr arbeitet an einem Projekt – das kann jetzt am Laptop, am Backofen, im Garten oder wo auch immer sein, das kann eine berufliche Tätigkeit, ein Hobby oder eine sportliche Aktivität sein. Dabei konzentrieren wir uns total auf diese Aufgabe und gehen voll darin aus. Alles um uns wird ausgeblendet – ja, alle Gedanken beschäftigen sich nur damit, es gibt keine Gedankensprünge und keiner unserer Gedanken lässt sich auch irgendwie ablenken.

 

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Das ist eine Situation, in der wir uns total im Hier und Jetzt befinden, wo wir wirklich einfach den Moment leben und unsere gesamte Aufmerksamkeit nur dieses Projekt bekommt. Durch diese intensive Konzentration geraten Zeit und Raum in Vergessenheit. Ja, wir verlieren das Zeitgefühl und sind nachher verblüfft, wie lange wir doch daran gearbeitet haben – wobei „arbeiten“ hier vielleicht der falsche Ausdruck ist, besser gesagt wie viel Zeit wir uns doch mit Begeisterung und Euphorie mit diesem Projekt beschäftigt haben.

Das erzeugt doch ein wunderbar zufriedenes Gefühl – ich fühle mich wohl und dieser Flow hat meinem Geist und meinem Körper einfach nur gutgetan.

 

Rückzugsort

Auch wenn ich es liebe, zu reisen, neue Länder kennenzulernen und neue Städte zu erforschen, bin ich auch sehr gerne zu Hause, quasi in den eigenen vier Wänden. Hier habe ich mir meinen ganz speziellen Wohlfühlplatz eingerichtet, eine flauschige Decke, kuschelige Pölster, Bücher in Reichweite – eigentlich einfach und doch für mich besonders.

Egal woher ich auch gerade zurückkehre, egal, wie ich mich fühle, dieser Platz nimmt mich auf, er zeigt mir: du bist zu Hause, du kannst loslassen, du brauchst einfach nur sein. Dieser Rückzugsort vermittelt mir Halt und Sicherheit – hier kann ich die Welt um mich ausklammern und so richtig abschalten.

Ja, dieser Wohlfühlplatz tut mir einfach gut.

 

Menschen

Wenn wir das Guttun in Bezug auf Mitmenschen betrachten, dann steht doch dahinter die Bedeutung, dass diese Menschen, die uns guttun, eine gute Wirkung auf uns haben. Das kann einfach sein, wenn wir einen gemütlichen Plausch auf der Terrasse führen, wenn wir gemeinsam einen Film schauen oder auch nur wenn jemand da ist, wenn es nicht gut geht.

Sich gegenseitig gut zu tun, darum geht es schließlich, das ist das Wichtigste in einer Beziehung, egal ob zum Partner, zu den Kindern, den Eltern, den Verwandten oder Freunden, Nachbarn und Kollegen. Es gibt sie diese Menschen, bei denen für mich die Sonne aufgeht, wenn sie den Raum betreten, die ein Lächeln auf mein Gesicht zaubern, die mit ihren Worten, ihren Handlungen oder einfach mit ihrem Dasein mein Herz berühren, mit denen sich ein paar gemeinsame Stunden einfach wie ein kleiner Erholungsurlaub anfühlen.

Wunderbare Menschen, die mir einfach guttun.

 

Blog

Es müssen nicht immer irgendwelche besonderen Dinge sein, manchmal ist es bei mir auch etwas ganz Banales, etwas ganz Einfaches, das mir gut tun, das mir Wohlbefinden bringt, das mich wieder gerade richtet oder mich ein unangenehmes Erlebnis, etwas Unerfreuliches vergessen lässt oder ihm zumindest den Schrecken nimmt. Das kann dann etwa sein ein köstlicher Tee mit einem Schokokuchen sein, der meinem Magen guttut, eine spannende Lektüre, die meinem Geist guttut oder ein nettes Gespräch mit einem lieben Menschen, das meiner Seele guttut.

 

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Etwas, das mir jetzt auch guttun und das mir in den nächsten Wochen die nötige Ruhe verschafft, ist eine kurze Blogpause. Ich bin nicht der gute Stratege, der Beiträge schon im Vorhinein durchplant, der schon für mehrere Wochen oder vielleicht auch Monate vorgeschrieben hat. Bei mir geht es meist eher spontan zu, über Aktuelles, das ich gerade erlebe, das mich gerade bewegt oder vielleicht auch belastet, das mich zu Überlegungen oder zu Grübeleien anregt oder vielleicht auch etwas, das mich motiviert.

Außerdem freue ich mich immer total über eure Antworten und möchte daher auch gerne auf eure Kommentare eingehen – ich liebe einfach diesen Gedankenaustausch mit euch. Im April wird kein weiterer Beitrag mehr online gehen, aber ich hoffe natürlich sehr, dass ihr Mai wieder vorbeischaut und auch zu den kommenden Posts eure Meinung und eure Ansichten kommentiert. Ich freue mich auf ein Wiederlesen, Wiederschreiben, Wiederdiskutieren.

 

Nun bin ich aber schon total gespannt, was ihr zu diesem Thema zu sagen habt und natürlich, was euch guttut.

 

Ich wünsche euch ein ganz wunderbares Osterfest mit vielen bunten Ostereiern, friedvolle Stunden mit der Familie, mit den Freunden, je nachdem wie ihr die Tage verbringt, habt ein paar ganz wunderbare Momente und genießt die Zeit.

Ostern, Ostern, Auferstehen.
Lind und leis`die Lüfte wehn.
Hell und froh die Glocken schallen:
Osterglück den Menschen allen!
(Volksgut)